Alzheimer und Depressionen: Als Nasenspray entfalten Medikamente ungeahnte Wirkungen

Forscher sind auf dem besten Weg, aus bisherigen Medikamenten neue herzustellen. So keimt dann auch die Hoffnung, unheilbare Nervenkrankheiten wie Alzheimer bald bekämpfen zu können. Einfach durch die Nase. Über die Nase gelangen Wirkstoffe deutlich schneller und direkter in Hirn, statt wie bisher den Umweg über den Magen zu nehmen.


1,3 Mrd. Euro und bis zu 14 Jahre Forschungszeit braucht eine Pharmafirma im Schnitt, um ein neues Medikament herzustellen. Daher werden nicht nur schnellere Wege gesucht, um neue Medikamente zu finden. Auch altbekannte Medikamente werden dahingehend getestet, ob sie nicht auch gegen andere Krankheiten helfen könnten. Noch sind solche Entdeckungen selten. Auf diesem Wege wurde jedoch zum Beispiel Viagra entdeckt. Kurz vor der Zulassung eines Medikamentes zur Blutzuckersenkung wurde entdeckt, dass es viel besser geeignet ist, Potenzproblem zu beheben.


Jetzt haben Forscherinnen und Forscher eine ganz neue Methode gefunden, mit deren Hilfe schneller und gezielter Wirkstoffe entwickelt werden können, die gegen heute unheilbare Krankheiten helfen könnten. Im häufiger weisen Studien nach, dass bestimmte Präparate andere Wirkungen entwickeln, wenn sie über die Nase aufgenommen werden.


Durch die Nase direkt ins Gehirn

Direkt durch die Nase mit voller Wirkung

Dieses Phänomen wird wie folgt erklärt: Einmal gibt es Moleküle, die innerhalb der Nase andere Rezeptoren (Reizempfänger) andocken, als im Blutkreislauf. Über die Nasennerven wird so die Blut-Hirn-Schranke umgangen. Der entscheidende Vorteil: Als Tabletten verabreichte Medikamente erreichen häufig nicht das Gehirn, da sie durch die Schranke weggefiltert werden.


Damit wird ein unterschiedlicher Effekt – eine unterschiedliche Signalkaskade ausgelöst. Als Signalkaskade versteht man in der Medizin ein über mehrere Stationen laufendes biologisches Signal.

«Die große Herausforderung bei dieser speziellen Verabreichungsmethode ist, die Medikamente in die Nerven hinein zu bekommen»,

erklärt Stephan Krähenbühl, Professor für klinische Pharmakologie an der Universität Basel.


Erste Versuche sind sehr vielversprechend. Linalool, eine Lavendelsubstanz, wird als potenzielles Beruhigungsmittel erforscht. Im Mäuseexperiment zeigte sich bei der Verabreichung als Spray eine Angst lösende Wirkung. Wird es als Tablette verabreicht, tritt hauptsächlich ein gefäßerweiternder Effekt auf.


Steigerung der Merkfähigkeit signifikant.


Im Kampf gegen neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer oder Multiple Sklerose ist die Nase deshalb Trumpf. In mehreren großen Studien wird untersucht, ob die bislang unheilbaren Nervenkrankheiten mit bekannten Substanzen über die Nase bekämpft werden können.


So wird Alzheimer zum Beispiel mit Insulin aus Nasensprays bekämpft. Erste Zwischenergebnisse weisen darauf hin, dass bei den so behandelten Patienten eine deutliche Steigerung der Merkfähigkeit und Alltagskognition eintrat.


Amerikanische Forscher haben darüber hinaus Nasensprays entwickelt, mit deren Hilfe gegen Depressionen und bipolare Störungen angegangen wird. Ketamin, normalerweise ein starkes Schmerzmittel, hat seit diesem Frühjahr in den USA als Spray eine Freigabe. Forscher und Ärzte sehen dies als Meilenstein in der Depressionsforschung, obwohl Ketamin ein relativ hohes Suchtpotenzial hat.


Die Medikation über die Nase hat jedoch einen unbestrittenen Vorteil: Die eingesetzten Medikamente werden nicht direkt zur Leber führen. Sie werden dadurch weniger schnell abgebaut. Sie können daher bis zu 50 Mal schwächer sein und erzielen dennoch denselben Effekt wie eine herkömmliche Tablette.


Quelle: St. Galler Tagblatt


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