Augenheilkunde: Blinde Mäuse können wieder sehen

Es scheint, als ob es US-Forschern gelungen ist, erblindeten Menschen das Augenlicht zurück geben zu können. Zumindest ist ihnen bereits bei Mäusen ein Teilerfolg und damit ein großer Schritt in diese Richtung gelungen.


Wenn die Lichtsinneszellen unserer Netzhaut zerstört sind, gibt es im Moment keine Möglichkeit, das Augenlicht wieder zu erlangen. Denn die einmal zerstörte Sinneszellen wachsen leider nicht wieder nach. So war bisher die Erblindung durch Augenkrankheiten wie eine altersbedingte Makuladegeneration oder eine Retinitis Pigmentosa nicht mehr rückgängig zu machen.


Bisherige Versuche mit Retina-Implantaten oder auch durch Transplantation von Netzhaut aus Stammzellen sind zwar - zumindest in Tierversuchen - erfolgreich, aber extrem aufwendig. Doch nun scheint es eine einfachere Lösung zu geben.


Biraj Mahato und weiteren Forschern von der University of North Texas haben es geschafft, Haut-Bindegewebszellen ohne den Umweg über Stammzellen in Stäbchen umzuwandeln. Diese Stäbchen sind für die Hell-Dunkel-Wahrnehmung der Netzhaut sehr wichtig. Zur Reprogrammierung die Forscher die Fibroblasten von Menschen oder Mäusen mit einem Cocktail aus fünf chemischen Verbindungen behandelt. Dadurch gelang es den Forschern, die genetischen und zellulären Prozesse in den Zellen zu animieren, dass sich diese zu Sinneszellen verwandelten.

„Dies ist die erste Studie, die zeigt, das eine Produktion von Photorezeptor-ähnlichen Zellen durch eine direkte chemische Umprogrammierung möglich ist“,

sagt Co-Autor Anand Swaroop vom National Eye Institute in Bethesda. Der größte Vorteil läge darin, dass dieses chemische Verfahren nach Angaben der Forscher nur rund zehn Tage benötige. Die Produktion von Retina-Implantaten benötigt dazu sechs Monate.


Um zu testen, wie gut das neue Verfahren funktioniert, haben die Wissenschaftler die neu gezüchteten Stäbchen bei 14 blinden Mäusen in die Netzhaut eingesetzt. Und es stellte sich heraus, dass einige der blinden Mäuse dadurch eine rudimentäre Sehfähigkeit erlangen konnten. Einige Wochen nach der Transplantation wurden immerhin bei sechs Mäusen Pupillenreflexe auch bei schwachem Licht festgestellt.


„Diese Ergebnisse liefern den Beweis, dass chemisch induzierte Photorezeptorzellen die Sehfunktion blinder Mäuse wiederherstellen können“, so die Wissenschaftler. Nach ihrer Ansicht ist das Verfahren grundsätzlich geeignet, funktionsfähige Ersatzzellen zu erzeugen.


Ein Erfolg für die Zukunft


Noch sei das Ergebnis mit 43 %Erfolg bei Mäusen eher gering. Auch reiche die Dichte der angewachsenen Zellen noch nicht aus, um eine volle Sehkraft wieder herzustellen - bisher kann damit lediglich zwischen hell und dunkel unterschieden werden. Auch dürfte noch einige Zeit vergehen, bis ein ähnliches Verfahren bei Menschen eingesetzt werden kann. Dennoch erkennen die Wissenschaftler eine vielversprechende Methode, um zerstörte Photorezeptoren zu ersetzen. Wichtig war für sie die Erkenntnis, wie eine Umprogrammierung auf zellulärer Ebene abläuft. Denn damit, erklärt Swaroop, lassen sich nicht nur Lichtsinneszellen, sondern auch viele andere Zelltypen herstellen.


Quellen: scinexx, National Eye Institute


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