Das Meer bietet auch Dämmmaterial für Häuser!

Du kennst das bestimmt von einem Strandspaziergang am Mittelmeer oder der Ostsee, vielleicht auch von Bildern: an den Strand gespültes, abgestorbenes Seegras. Auch in Form sogenannter Neptunbälle – braune und schneeballgroße Bälle. Das dachte sich auch Richard Meier, Architekt und Professor. Durch einen Zufall „entdeckte“ er eine Eigenschaft dieser Bälle, die ihn sehr neugierig machte. Was dann im Fraunhofer Institut für Bauphysik festgestellt wurde, führte bereits 2007 zu einer Patentanmeldung und später zur Gründung eines Unternehmens.

"Neptunbälle", Bild: Pixabay, lizensfreie Bilder

Richard Meier erzählte, wie sie am Strand unterwegs waren und sich mit den Bällen bewarfen. Seine Frau dröselte einen und rief im zu:

„Herr Professor, wären die Fasern nicht ein toller Dämmstoff“.

Als dann noch ein Freund darauf hinwies, dass die „Dinger“ ja noch nicht mal brennen wollen und daher zu gar nichts taugen, wurde er hellhörig. Denn Richard Meier kennt sich als Architekt auch mit Dämmstoffen aus und weiß, wie schwierig es ist, das Brandthema in den Griff zu bekommen. Und hier lag ein Naturprodukt herum, das einfach nicht brennen wollte.


Er nahm einige Proben mit nach Hause und schaltete nach einiger Tüftelei das Fraunhofer Institut ein. Neben der Tatsache, dass die Fasern nicht brennen wollen stellte das FI fest, dass der Dämmstoff auf Seegras-Basis einen ausgezeichneten Wert für den sommerlichen Hitzeschutz aufweist. Und zwar mit einem ca. 20 % besseren Dämmwert als alle anderen nachwachsenden Rohstoffe, die ja bereits als besonders gut galten.


Einer wichtiger Vorteil des Rohstoffes ist die Tatsache, dass es aus dem Meer stammt und daher auf natürliche Weise sehr gut mit Feuchtigkeit zurechtkommt. Und er ist resistent gegen Fäulnis, Pilze und Schädlinge sowie in der Regel gegen Schimmelbildung. Das sorgt auch dafür, dass Milben, Mäuse und anderes Ungeziefer den Dämmstoff aus dem Meer nicht mögen. Daher besteht bei Seegras ein sehr kleines Risiko für Ungezieferbefall. Darüber hinaus konnte Seegras durch den hohen Silikat- und natürlichen Salzgehalt ohne chemische Zusätze der Brandschutzklasse B2 zugeordnet werden. Und noch zwei weitere positive Eigenschaften: Seegras kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne dabei an Dämmwirkung zu verlieren und bietet besonders in den Sommermonaten ein sehr guten Hitzeschutz.


Seegras kann u. a. als Schütt-, Stopf- und Einblasdämmung verwendet werden. Die bauaufsichtlich zugelassene Wolle ist zur Dämmung von Decken, für Hohlräume bei der Dach- und Fassadensanierung sowie zur Außendämmung geeignet.


Und das Beste daran: Es ist ein Naturprodukt, dass rund um Mittelmehr in drei bis 35 Meter Tiefe wächst und wie Bäume im Wald einem natürlichen Rhythmus haben. Im Frühjahr ist es fest und hellgrün, im Herbst wird es braun und die verwelkten Blätter reisen ab. Übrig bleiben am Ende silikathaltige Fasern, die durch die Wellenbewegung zu den Bällchen gerollt werden.


Quelle: Bauverlag


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