Deutschlands erste kommunale Klimakommission arbeitet in Oberschwaben

Aktualisiert: 7. Dez 2019

Das europäische Parlament hat am Donnerstag, dem 28. November 2019 in Straßburg europaweit den Klimanotstand ausgerufen. Und einen Tag später nimmt im oberschwäbischen Ravensburg (Baden-Württemberg) die deutschlandweit erste kommunale Klimakommission ihre Arbeit auf. In der Kommission werden 35 Mitglieder bis Mai 2020 an Lösungen arbeiten, mit denen die Stadt Ravensburg dem Klimawandel entgegentreten wird.


Der Oberbürgermeister der Stadt Ravensburg, Dr. Daniel Rapp, engagiert sich schon längere Zeit zusammen mit seiner Stadtverwaltung in Sachen Umweltschutz. Mit der nun ins Leben gerufenen Kommission werden nicht nur die bereits vorhanden Ideen aufgegriffen. Denn die Aufgabe der Kommission ist klar definiert: In einem moderierten klassischen Kreativ-Workshop sollen in den nächsten Monaten neue Ideen und Ansätze diskutiert und erarbeitet werden. Je mehr, desto besser.

Ravensburg, Stadt der Türme, Tore und Spiele. Bild:(C) Stadt Ravensburg. Das Bild zeigt die Altstadt im abendlichen Sonnenuntergang des Schussentals. Mit freundlicher Genehmigung der Presseabteilung der Stadt.

Die Kommission setzt sich aus zehn ausgelosten Ravensburger Bürgern, zehn Stadträten, zehn Vertreter unterschiedlicher Verbände und Institutionen sowie fünf Mitarbeiter der Stadtverwaltung zusammen.


Am ersten Sitzungstag gab es von OB Dr. Rapp erste Impulse. Rapp ist überzeugt, dass eine Kommune wie Ravensburg den Hebel bei der Ausstattung ihrer Gebäude oder bei der Steuerung der Verkehrsflüsse am besten ansetzen kann.


Kreuz- und Querdenken ausdrücklich erlaubt


Um der Kommission aufzuzeigen, dass sie in alle Richtungen denken darf und muss, wiederholte Rapp als Beispiel seine Idee zum städtischen Naturfreibad Flappach. Bisher koste der Eintritt in das "Fläppe", wie es vom Volksmund genannt wird, nämlich Geld. Das Parken jedoch ist kostenlos. Dies würde er gerne umdrehen. Zukünftig solle also das Parken Geld kosten, der Eintritt in das "Fläppe" dann jedoch kostenlos sein.

Darüber hinaus hat er bereits prüfen lassen, auf wie viel städtischen Flächen Wald aufgeforstet werden könne. So konnten bereits 20.000 m² Fläche ausgemacht werden. Rapp erhofft sich viele ähnliche Ideen von der Klimakommission.

"Viele kleine Punkte könnten dabei ein großes Ganzes ergeben",

so Dr. Daniel Rapp.


Bei der öffentlichen ersten Sitzung hielt Andreas Huber, Mitglied der Denkfabrik für Zukunftsfragen "Club of Rome", einen Impulsvortrag. Er fand dabei sehr deutliche Worte. So müsse "das kranke, überholte System", in dem und von dem wir leben, geändert werden. Er bezeichnete es als System, in dem nicht nur alle ökologischen, sondern auch alle persönlichen Grenzen permanent überschritten würden. Darüber hinaus gehe es nicht nur um den Eingriff in das natürliche Gleichgewicht unserer Erde, sondern auch in unser aller Gesundheit - und meint damit auch Burn-outs, Depressionen und Süchte.


So rief er den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern, vor allem aber der Kommission zu:

"Warten Sie nicht auf jemanden, der kommt und den entscheidenden Hebel umlegt. Den wird es nicht geben. Sie müssen es selbst tun."

Und für die Kommission formuliert er die Aufgabe, in den nächsten Wochen die Weichenstellungen für Entwicklungen vorzunehmen, die vielleicht an diesem ersten Sitzungstag noch undenkbar scheinen.


Mehrere Hochschulen haben bereits ihr Interesse daran bekundet, das Ravensburger Pilotprojekt zu begleiten.


Quelle: Schwäbische Zeitung


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