Eine App verbessert die Lebensqualität von kleinen Kindern mit Diabetes Typ 1.

Im Trend der Zeit liegen nicht immer nur die guten Dinge. So ist es auch beim Diabetes Typ 1. Denn in den letzten Jahren wurde bei deutlich mehr Kindern und Jugendlichen Diabetes Typ 1 diagnostiziert. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Familie. Ständiges Messer des Blutzuckerspiegels halten Eltern und Kinder auf Trapp. Körperliche und geistige Entspannung sowie Schlaf sind da oft Mangelware.


Bei der Behandlung der Zuckerkrankheit gab es jedoch auch gleichzeitig Fortschritte. So gibt es heute schon Glukosesensoren und Insulinpumpen, die miteinander korrespondieren. Die kombinierten Geräte bilden ein sogenanntes Closed-Loop-System – oft auch als künstliche Bauchspeicheldrüse bezeichnet. Dabie handelt es sich schlicht um eine App, welche die Daten des Glukosesensors auswertet und so die Abgabemenge der Insulinpumpe steuert. Bisher steht jedoch lediglich ein erstes kommerzielles Produkt für die Anwendung bei Erwachsenen sowie bei älteren Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Nicht jedoch bei Kleinkindern und Kindern bis ca. sieben Jahre.

Jetzt jedoch könnte der Alltag betroffener Familien deutlich erleichtert werden.


Der Helfer heißt CamAPS FX und ist eine Smartphone-APP. An der Med Uni Graz läuft damit aktuell eine Versuchsreihe um zu prüfen, inwieweit die künstliche Bauchspeicheldrüse auch bei Kindern unter sieben Jahren verwendet werden kann. Der erste Teil der Untersuchung konnte bereits abgeschlossen werden.


Die betroffenen Kinder trugen das Closed-Loop-System für vier Wochen im heimischen Umfeld. So konnten bereits zwei wichtige Erkenntnisse gewonnen werden: die Blutzuckerkontrolle wurde aus medizinischer Sicht verbessert und es gab auch wichtige Verbesserungen im Alltag. Denn die Kinder schliefen deutlich besser. Und auch die Eltern konnten entlastet werden, weil sie den Blutzuckerspiegel nicht mehr so oft messen mussten. Das führte zur Entscheidung der Forscher, die Tests fortzuführen.


Die Kinder sollen nun die künstliche Bauchspeicheldrüse über einen Zeitraum von vier Monate zu Hause nutzen. Damit soll festgestellt werden, ob die Verbesserungen auch nachhaltig sind. Denn gerade bei Kleinkindern ist der Einsatz von automatisch gesteuerten Insulinpumpen mehr als sinnvoll. Zum einen benötigen sie der Regel ohnehin nur sehr wenig Insulin, zum anderen leiden sie gleichzeitig unter besonders starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels. Auch sind sich die Forscher sicher, damit die bisher mögliche langfristigen Komplikationen deutlich zu verringern. An den Versuchen ist auch die Universität Leipzig beteiligt.


Sollten die Ergebnisse wie erhofft positiv ausfallen, könnte die Zulassung der künstlichen Bauchspeicheldrüsen zukünftig auch auf Kinder unter sieben Jahren ausgeweitet werden.


Quelle: Technik der Zukunft


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