Kraftwerk filtert C02 jetzt aus der Luft

Aktualisiert: Feb 8

Das Pflanzen neuer und zusätzliche Bäume ist eine Möglichkeit, CO2 zu reduzieren, indem es durch Fotosynthese in Sauerstoff umgewandelt wird. Eine andere Möglichkeit ist es, der Luft das Zuviel an CO2 dauerhaft zu entziehen und einzulagern. Letzteres geschieht in einer speziellen Anlage in Island.

Geothermie

In der Prototyp-Anlage auf dem Gelände des Geothermie-Kraftwerks Hellisheidi wird das CO2 bislang lediglich in homöopathischen Dosen entnommen – ca. 50 Tonnen/Jahr. Dennoch schauen Wissenschaftler auf der ganzen Welt auf Island und auf eine Handvoll anderer Testanlagen. Denn auf diesen Projekten ruhen große Hoffnungen. Das aktive Entziehen von C02 aus der Atmosphäre müsse in wenigen Jahren eine große Rolle spielen. Viele Szenarien rechnen mit der sogenannten „negativen Emission, wie das Entziehen von CO2 bezeichnet wird, um zu dem angestrebten Ziel einer Erderwärmung von maximal 1,5° – 2° einhalten zu können.

„Es ist unrealistisch, die Klimaerwärmung zu stoppen, ohne der Atmosphäre zumindest etwas CO2 zu entnehmen“,

sagt Sabine Fuss vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC).


Das Potenzial einer solchen Anlage ist in der Theorie enorm. So geht der Hersteller der isländischen Anlage Climeworks davon aus, in den nächsten anderthalb Jahren soll in einer größeren Anlage mehrere Tausend Tonnen CO2 pro Jahr filtern zu können. Die Anlage ist Teil des CarbFix2-Projekts .


Neben den technischen Möglichkeiten könnten - wie bereits erwähnt - riesige Wälder theoretisch gigantische CO2-Mengen aufnehmen. Auch könnte eine nachhaltigere Landwirtschaft viel CO2 im Boden speichern. Doch Sabine Fuss vom MCC konstatiert, dass Land- und Forstwirtschaft derzeit der Atmosphäre eher Treibhausgase hinzufügen, statt welche zu entfernen.


Ein weiteres Beispiel:


In dem Städtchen Decatur im US-Bundesstaat Illinois steht die bislang effektivste Anlage. Dort wird Mais, der beim Wachsen Kohlendioxid aus der Luft gebunden hat, zu Ethanol vergärt. Das dabei entstehende CO2 wird anschließend in ein unterirdisches Lager gepresst und damit ebenfalls dauerhaft der Atmosphäre entzogen. 2018 wurden mit dem sogenannten BECCS-Prinzip nach Betreiberangaben rund eine halbe Million Tonnen CO2 gespeichert. Der Haken daran: Für die Methode sind riesige Agrarflächen nötig, auf denen dann keine Nahrung produziert werden kann.


In 30 Jahren müssten rund 20 Prozent des derzeitigen CO2-Ausstoßes durch negative Emissionen ausgeglichen werden, schätzt Andreas Oschlies vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Das wären rund acht Gigatonnen im Jahr.

„Das ist hochambitioniert und sehr optimistisch, aber machbar“,

sagt Oschlies.


Ob negative Emissionen tatsächlich irgendwann den Kinderschuhen entwachsen, steht in den Sternen. Daher fordert Sabine Fuss deutlich mehr Forschungsförderung sowie einen hohen CO2-Preis, damit der Druck auf die Unternehmen und Verbraucher größer wird, in Richtung C02-Neutralität zu gehen.

„Das Beste ist, CO2 gar nicht erst zu emittieren. Besser man macht erst gar keinen Dreck, dann muss man hinterher nicht aufräumen“,

so Fuss.


Quelle: Schwäbische Zeitung, DPA


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