Ohne Oberleitung auch mit Strom auf Schienen unterwegs

Im Bahnhof von Buxtehude steigen Menschen in einen blauen Zug ein und aus. Sie reden dabei oder lachen. Man hört ihre Schritte. Weiter hört man nichts. Fast nichts. Üblicher Weise verkehren auf der Strecke zwischen Bremerhaven und Buxtehude auch Züge mit Dieselantrieb. Jedoch hört man kein Dieselgeknatter - und aus den Dach quellen keine Rauchschwaden aus dem Auspuff, sondern lediglich ein paar weiße Wölkchen: Wasserdampf! An Bord arbeiten je Zug zwei Brennstoffzellen. Das einzige Geräusch des Zuges ist ein leises surren.


Seit September nämlich verkehren auf der Bahnstrecke der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB, Sitz in Bremervörde) zwischen Bremerhaven und Buxtehude zwei blaue Züge. Es handelt sich dabei um zwei Vorserien-Fahrzeugen und um die weltweit ersten beiden Züge mit Wasserstoffantrieb. Die Einsatzbilanz bisher ist durchweg positiv.

„Wir haben festgestellt, dass die beiden Züge genauso einsatzfähig sind, wie unsere herkömmlichen Fahrzeuge“,

sagt EVB-Sprecherin Andrea Stein.

Foto: Pixabay, lizensfreie Bilder

Die Wasserstoffzüge stellen gerade für Strecken ohne Oberleitung eine Alternative dar. Sie sind leiser als ein konventioneller Dieselzug und bieten einen „exzellenten Fahrkomfort.“ Hersteller der der beiden Züge ist die Firma Alstom. Teams des Unternehmens aus Salzgitter und dem französischen Tarbes haben diesen Zug entwickelt. Salzgitter gilt als Kompetenzzentrum für Regionalzüge, Tarbes für Antriebssysteme.


In den beiden Brennstoffzellen eines Zuges wird Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft gemischt und zu Strom umgewandelt. Zusätzlich verfügen die Züge über zwei große Batterien. Dort wird der Energie, die beim Bremsen entsteht, gespeichert. Die Energie aus den Batterien beschleunigen zunächst den Zug, bevor dann auf die Brennstoffzelle umgeschaltet wird.


Betankt werden die Züge in Bremervörde innerhalb von 15 Minuten mit Wasserstoff. Eine Füllung reicht für rund 1.000 km. Beides entspricht laut EVB auch den Zeiten und Reichweiten von bisher eingesetzten Diesellokomotiven.


Der Wasserstoff kommt (noch) per Lkw.


Noch findet die Zufuhr von Wasserstoff nicht auf umweltfreundlicher Basis statt. Denn erstens muss er mit dem Lkw transportiert werden und erzeugt wird er als Nebenprodukt in der chemischen Industrie. Lt. EVB ist aber eine feste Tankstelle geplant. Bis zum Jahr 2020 soll der Wasserstoff dann mithilfe einer benachbarten, umweltfreundlichen Windkraftanlage per Elektrolyse erzeugt werden. Damit schließt sich der Kreis und führt zum abgasfreien Fahren. Die EVB hat sich vorgenommen, ihre gesamte Flotte bis 2022 auf diese neue Antriebstechnik umzustellen.


Weltweites Interesse.


Überrascht sei man in Bremervörde auch über das große Interesse an den beiden Zügen. Zum einen registriert die EVB viele Reisende, die nur zusteigen, um den Zug zu erleben. Zum anderen stößt die neue Eisenbahntechnik auf das Interesse von Journalisten und anderen Verkehrsunternehmen aus etlichen Ländern.


Quelle: Hamburger Abendblatt


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