Per Flüssiginjektion aus dem Wasser: Start-Up sagt Mikroplastik den Kampf an.

Wasser – die Grundlagen für unser Leben. Jedoch mehr und mehr finden sich neben Schwermetallen oder Rückständen von Medikamenten vermehrt Mikroplastikteilchen im Wasser. Selbst modernste Kläranlagen scheitern gerade bei Mikroplastik. Damit möchte ein Karlsruher Start-Up Schluss machen.


Wasser 3.0 – so nennt sich das Start-Up mit Sitz in Karlsruhe. Gegründet wurde das Unternehmen von Katrin Schuhen, die dafür ihren Job als Juniorprofessorin für organische und ökologische Chemie an der Universität Koblenz-Landau bereits 2018 gekündigt hat.

Wasser 3.0 arbeitet dazu mit derzeit drei Verfahren an der Beseitigung von Mikroplastik, Pestiziden, Pharmazeutika und anderen Schadstoffen aus dem Wasser. Davon stützen sich zwei Verfahren auf speziell dafür entwickelten Hybridkieselgelen. An der porösen Oberfläche des Gels können die Schadstoffpartikel anhaften.


Mit „Wasser 3.0 Stressfix“ wurde ein zunächst Projekt gestartet, mit dem reaktive organische Stressoren wie Medikamente, Pharmazeutika und Pestizide gebunden werden. Mit „Wasser 3.0 PE-X“ konnte das Team um Schuhen nun erfolgreich auch gegen inerte organisch-chemische Stressoren wie Mikroplastik angehen.

Dazu wurde in einem Pilotversuch in der Kläranlage Landau/Pfalz verschmutztes Wasser mit einer Flüssiglösung aus Hybridkieselgelen „geimpft“, die selbstverständlich biologisch abbaubar und ungiftig ist. Die im Wasser befindlichen Kunststoffpartikel mit einer Größe von 250 bis 350 Mikrometer (0,25 bis 0,33 mm!) verklumpten. Das Gel wirkt dabei wie ein Kleber. Die schwimmenden Plastikklumpen, die nach dem Verklumpen eine Größe von wenigen Zentimetern haben, konnten dann mit einem einfachen Filter aus dem Wasser entfernt werden.

Eine universelle Lösung gibt es jedoch nicht. Das Start-Up setzt vielmehr auf eine individuelle Beratung und die Installation von weiteren Pilotanlagen.


Wasserfußabdruck: Nachhaltiger Umgang erforderlich.


Aber damit nicht genug. Katrin Schuhen setzt (auch) auf Nachhaltigkeit im Umgang mit Wasser. Unter dem Titel „Wasser 3.0 # rethink“ stellt sie nicht nur den Wasserverbrauch im eigenen Land in den Fokus, sondern auch den Verbrauch von „importierten Wasser“. Damit meint sie Wasser, das in anderen Ländern zur Produktion von Gütern aufgewendet wird, die später im Zielland - z. B. bei uns – Verwendung finden.

„Solange wir auf der richtigen Seite der Weltkugel wohnen, entziehen wir uns viel zu häufig der Verantwortung“,

meint Katrin Schuhen.


Denn der Überverbrauch an Wasser kann nicht nur bei uns entstehen, sondern durch unsere Nachfrage auch in anderen Teilen der Welt. Schuhen möchte damit auch eine politisch-gesellschaftliche Lösung anstoßen. Dies sei erforderlich, um den eigenen Wasserfußabdruck deutlich nach unten zu korrigieren.


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Quelle: VDI-Verlag GmbH, Ingenieur_de


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