Von Seide umschmeichelt – und keine Raupe muss leiden

Spinnenseide – extrem reisfest, ultraleicht und unwahrscheinlich elastisch. Genau um diese Eigenschaften dreht es sich bei dem StartUp-Unternehmen Amsilk aus Martinsried bei München. Dort wurde das Potenzial dieser Fäden erkannt. Dabei profitiert Amsilk von den Forschungen eines Mannes, den sie in der Branche „Spiderman“ nennen. Wie auch sonst. Und Umwelt- und Tierschutz gibt es inklusive.


Der Biochemiker Thomas Scheibel forschte früher an der TU München und entdeckte dort den Bauplan für die Proteine, mit denen Spinnen Ihre Netz weben. Er entwickelte ein Verfahren, die Proteine nachzubauen.

Spinnennetze - so zart und doch so stabil

Amsilk baut nun auf diesen Ergebnissen auf. Die Spinnenproteine werden in großen Wassertanks mit Hilfe von Kolibakterien nachgebaut werden. Daraus gewinnt Amsilk durch eine Sprühtrocknung ein Pulver, das beispielsweise auch in Kosmetika oder bei der Produktion von Schuhen, Uhrenarmbändern, oder mittels Beschichtungen von Implantaten zum Einsatz kommen kann. Auch für die Flugzeug- und Autoindustrie wird an neuen Verbundmaterialien geforscht.


Selbstverständlich ist die künstlich hergestellte Seide zu 100 % natürlich und daher auch zu 100 % biologisch abbaubar. Ziel ist, so bekannte Stoffe wie Polyester oder Polyamid zu ersetzten, die zwar ähnliche Eigenschaften aufweisen, jedoch aus Erdöl hergestellt werden und somit die Umwelt belasten.


Aus dem Pulver werden in einem sogenannten Flüssigspinnverfahren Fasern hergestellt. Amsilk nennt diese Fasern Biosteel. Damit kann auch die Modeindustrie, die immer mehr auf Nachhaltigkeit setzt, dieses Produkt vielseitig einsetzen. Für diese künstliche Seide muss kein Tier sterben, denn bisher mussten für ein Kleid aus natürlicher Seide 50.000 Seidenraupen getötet werden.


Das Marktpotenzial ist groß. Aber noch erprobt das Unternehmen viel und wartet auf Zulassungen. Auch ist das Material noch teuer. So kostet ein Biosteel-Uhrenarmband rund 100 € mehr als ein herkömmliches. Und die Firma ist noch klein.

„Die Nachfrage ist da, es geht nur darum, wie schnell wir in der Lage sind, unsere Produktionsmengen nach oben zu skalieren.“

sagt Jens Klein, Geschäftsführer von Amsilk. Dass das klappt, davon ist Klein überzeugt. Auch wenn es noch eine Weile dauern wird.


Quelle: Schwäbische Zeitung

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