Schulen in England bieten kostenlose Menstruationsprodukte

Aktualisiert: Jan 25

Nach einer Statistik von Plan International UK aus dem Jahr 2017 war der Umgang mit der Menstruation in jungen Jahren in Großbritannien damals eine große Herausforderung. PI hatte ermittelt, dass sich 10 % der Mädchen gar keine Hygieneartikel leisten konnte. Und weitere 15 % Mühe hatten, sich welche zu leisten.


Der Statistik zufolge waren auch Tabus und Stigmen rund um Periode und Menstruation problematisch. So wusste jedes siebte Mädchen nicht, was zu Beginn der Periode zu tun ist. Fast die Hälfte aller Mädchen zwischen 14 und 21 Jahren konnten darüber hinaus nicht offen mit ihrer Periode umgehen. Und fast dreiviertel der Mädchen schämten sich, Hygieneartikel zur Menstruation zu kaufen.


Das alles war Grund dafür, dass junge Mädchen häufig nicht zum Unterricht in die Schule gehen konnten bzw. nicht gegangen sind und somit einen eingeschränkten Zugang zu Bildung hatten. Diese Einschränkungen nehmen einen enormen Einfluss auf die Jugendlichen und verhindern oder reduzieren damit die Möglichkeit, ihr Potenzial voll zu entwickeln und an Ausbildung teilzunehmen.


Die Statistik von Plan International rief drei jungen Menschen auf den Plan. Gemeinsam gründeten sie im März 2017 das Red-Box-Projekt, eine gemeinnützige Initiative mit dem Ziel, Mädchen kostenlose Hygieneartikel an allen staatlich finanzierten Schulen zu ermöglichen.


So beschlossen sie, Maßnahmen zu ergreifen und forderten die Schülerinnen und Schüler, die von dem Programm profitieren sollen, dazu auf, sich darüber zu äußern, welche Produkte sie wollen und wie sie diese erreichen wollen. Sie setzten sich mit mehreren weiterführenden Schulen in Portsmouth mit der Frage in Verbindung, ob eine ständig vorrätige Schachtel mit Hygieneartikeln für die Menstruation erwünscht sei. Das Feedback der Lehrer ließ erkennen, dass das Problem real war und die Artikel benötigt wurden. Aus der Erkenntnis heraus, dass diese Notwendigkeit landesweit bestand, baten sie Personen aus dem ganzen Land, an der Red-Boxes-Bewegung teilzunehmen.


Die Resonanz war überwältigend. Von Schottland über Cornwall bis nach Übersee begannen die Menschen, sich zusammen zu tun und Red Boxes mit Tampons, Pads, Strumpfhosen und Unterwäsche zu befüllen, die dann in die örtlichen Schulen geliefert wurden. Die Initiative sammelten Spenden, sammelten und verkauften Kunsthandwerk und machten Spendenaktionen.


Die bisher spenden basierte Initiative war erfolgreich!


Seit 20. Januar 2020 gibt es nun das neue Regierungs-Programm, nachdem Hygieneartikel kostenlos über das Bildungsministerium bestellt werden können. Für die Initiatoren ist das ein großer Erfolg und bringt Schulen in England nun in Einklang mit den Schulen in Schottland und Wales.


Staatlich finanzierte Einrichtungen - darunter Grund- und Sekundarschulen sowie Oberstufenschulen - können nun auch in England Tampons und Binden im Rahmen des neuen Programms beim Bildungsministerium bestellen, das in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsunternehmen PHS durchgeführt wird.

Tampons und Binden gehören jetzt zur Ausrichtung in Englands Schulen

"Kinder sollten nicht durch die Perioden zurückgehalten werden, aber wir wissen, dass dies schon viel zu lange geschieht. Wenn sie Zugang zu den Produkten der Periode haben, wenn sie sie brauchen, wird sichergestellt, dass niemand die Schule versäumen muss, weil er sich keine Binden und Tampons leisten kann". Tampons und Binden gehören jetzt zur Ausrichtung in Englands Schulen.


Zwischenzeitlich hat das von Freiwilligen geführte Red Box Project seine Projekte in England eingestellt und ermutigt nun alle Schulen, die Vorteile des neuen Regierungsprogramms zu nutzen.

"Es gibt keine Bedürftigkeitsprüfung für das Programm - es ist für jeden Schüler, der es braucht, aus welchem Grund auch immer",

sagte Mitbegründer Clegg Bamber.


"Wir ermutigen wirklich alle Grundschulen, sich zu beteiligen. Die Schulzeit kann schon mit acht oder neun Jahren begonnen werden und jüngere Kinder brauchen in der Regel Hilfe, um ihre Schulzeit zu bewältigen."


Gabby Edlin, die Gründerin der Bloody Good Period, die sich in diesem Sinne auch für Geflüchtete und Asylsuchende einsetzt, hat diesen Schritt ebenfalls begrüßt. "Es ist ein erstaunliches Ergebnis und ein Beweis für die harte Arbeit und das Engagement von Amika George und The Red Box Project", sagte sie.


"Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass andere verletzliche Mitglieder unserer Gesellschaft nicht zurückbleiben." Bloody Good Period fordert weiterhin, dass historische Produkte für Geflüchtete und Asylsuchende sowie für alle, die Schwierigkeiten mit dem Zugang zu historischen Produkten haben, frei verfügbar sind.


Quelle: The Red Box Project


#Menstruationsartikel #Periode #Periodenartikel #England

Adresse

Effektvoll

Mühlenstraße 8a

14167 Berlin

  • Instagram - Schwarzer Kreis
  • Facebook - Schwarzer Kreis
  • LinkedIn - Schwarzer Kreis

Kontakt

team@effekt-voll.com

oder 

Kontaktseite

Rechtliches

Datenschutzerklärung

Impressum

Newsletter

©2019 Effektvoll